Berufsweltmeister

Landschaftsgärtner von Team Grün Furtner GmbH – Buchenbach sind Goldjungs!

Calgary (Kanada) / Bad Honnef. Sie sind jetzt „Goldjungs“: Das deutsche Meisterteam der Landschaftsgärtner-Auszubildenden holte sich bei den 40. Berufsweltmeisterschaften „WorldSkills“ im kanadischen Calgary den Weltmeister-Titel. Tobias Bohnert und Andreas Waldvogel sicherten sich mit 538 Punkten die Goldmedaille – vor ihren Konkurrenten aus den Niederlanden (530 Punkte) und aus Österreich (529 Punkte), die Silbermedaillen errangen. Damit gelang es Tobias Bohnert (Ausbildungsbetrieb: Ortenauer Tief- und Landschaftsbau in Oberkirch) und Andreas Waldvogel (Team Grün Furtner in Buchenbach), die Leistung der beiden deutschen Silbermedaillen-Gewinner der „WorldSkills 2007“ in Japan, Laura Neuffer und Christioph Maurits, noch zu übertrumpfen.

Zum zweiten Mal hintereinander steht jetzt also ein Team aus Baden-Württemberg im Mittelpunkt des Interesses. Zu den ersten Gratulanten gehörte Jurymitglied Martin Gaissmaier aus Freising, der das Team in der Vorbereitungsphase und bei dem Wettbewerb in Kanada begleitet und betreut hat. „Ich bin wirklich beeindruckt. Was die Beiden heute, aber auch in den vergangenen drei Tagen, geleistet haben, ist einfach unglaublich“, freute sich der deutsche Experte. Zusammen mit den weiteren Ausbildern Gerhard Haar und Peter Emmerich haben Andreas Waldvogel und Tobias Bohnert für ihren Erfolg an der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte in Heidelberg trainiert.

Eine künstlich erschaffene Umwelt stand der Wildnis gegenüber, so lautete das planerische Thema dieser Weltmeisterschaft für die Landschaftsgärtner-Auszubildenden. Dabei traf ein moderner Wohnbereich auf die Natur. So stieß dann im Plan auch eine formelle, runde Terrasse auf eine natürliche Quelle, die mit Hilfe eines gebohrten Felsens in Form eines Quellsteins, gebändigt werden sollte. Mit dem Aushub für die Terrasse wurde die Fläche innerhalb einer Mauer verfüllt. Die Mauer war nach einem exakten Verlegeplan mit vorspringenden Mauersteinen aufzusetzen. Sie überbrückte den Höhenunterschied zum anschließenden Waldgebiet. Dahinter begannen Pflanzung und Wald zu verschmelzen. Das Wasser des Quellsteins verlor sich in einem trockenen Flussbett, welches aus Felsbrocken, Steinen und Kies gestaltet werden musste. Die Verbindung zwischen dem natürlichen und dem gestalteten Bereich schuf ein Pfad aus Trittsteinen, der den kleinen Abhang hinter der Quelle hinauf führte. Ein Holzsteg mit drei Stufen verband Trittsteinpfad, Terrasse und Waldweg. Die Planer des Projekts wollten alle Aspekte Kanadas widerspiegeln: Flache Prärien neben Bergen, Nutzflächen direkt neben der Wildnis und überall Wasser als Quelle des Lebens. Das große Geheimnis dieses Gartens verbarg sich noch hinter einer Plastik, genannt Inukshuk, die jedes Teilnehmerteam zu erstellen hatte. Das Kunstwerk sollte die einheimische Kultur Kanadas repräsentieren.Spannender Schluss-Sprint Am letzten Wettbewerbstag waren Tobias Bohnert und Andreas Waldvogel bereits 30 Minuten nach dem Start-pfiff völlig nass geschwitzt. Zuerst arbeiteten beide an der Gestaltung des Trockenflussbetts. Danach begann Andreas die Bäume punktgenau zu pflanzen. Tobias verlegte den ersten Teil der Schrittplatten. Als nächstes baute er das Inukshuk und verlegte perfekt den Rollrasen. 30 Minuten vor Abpfiff fehlten noch jede Menge Ge-hölze und die restlichen Schrittplatten, welche die Beiden auf engstem Raum, sozusagen im Duett, innerhalb der Mauer pflanzten beziehungsweise verlegten. Am Ende flog der Besen nur so über die Terrasse und die Mauer und Andreas zog noch schnell das Schutzvlies vom Holzsteg. Als der Schlusspfiff erklang standen zwei verschwitzte, mit Erde verklebte, aber glückliche Jungs auf der fertiggestellten Baustelle. Entspannung machte sich breit und Martin Gaissmaier schloss „seine“ Schützlinge herzlich in die Arme. Die drei sind einfach ein super Team – alle ruhig, überlegt, engagiert und bereit, sich voll einzusetzen. Übrigens: In 2011 finden die Berufsweltmeisterschaften in London statt – und vor wenigen Tagen fiel die Entscheidung für Leipzig als Austragungsort der „WorldSkills 2013“.

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